Von Skopje nach Athen über Bitola und Florina Eine alternative Route von Mazedonien nach Griechenland abseits der Hauptstrecken

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Der folgende Blog stellt eine außergewöhnliche Reiseroute vor, um von der mazedonischen Hauptstadt Skopje ins benachbarte Griechenland und NACH Athen zu gelangen.

Abseits der Hauptroute bereist man Nebenstrecken, die durch eine interessante Landschaft im griechisch-mazedonischen Grenzgebiet führen und hat Gelegenheit, die zweitgrößte Stadt Mazedoniens, Bitola, zu besichtigen.

Zuerst möchte ich kurz die Hintergründe vorstellen, die mich zu dieser etwas ungewöhnlichen Route bewegt haben:

Von Skopje ins benachbarte Griechenland führt eine direkte Bahnlinie über Gevgelija nach Thessaloniki.
Obwohl es sich um eine Hauptstrecke handelt, gibt es nur einen einzigen Zug am Tag, der diese Linie befährt: Den “Hellas-Express”, von Belgrad über Skopje nach Thessaloniki, über den Flo hier berichtet hat: Blog Belgrad-Skopje-Thessaloniki/

Für diejenigen, die diesen Zug nur zwischen Skopje und Thessaloniki nutzen wollen, ist die Abfahrtszeit in Skopje um 4.45 Uhr leider sehr ungünstig.

Auch fährt dieser Zug seit über einem Jahr nicht bis Thessaloniki durch, sondern es muss an der griechisch-mazedonischen Grenze in einen Bus umgestiegen werden.

Auf Grund der Schwierigkeiten, die sich bei der Reise mit dem Hellas-Express im Abschnitt Skopje-Thessaloniki derzeit ergeben, machte ich mich auf die Suche nach einer Alternative, die ich Euch hier vorstellen möchte.

 

Die Alternativroute von Skopje über Bitola und Florina nach Thessaloniki

Diese Alternativroute führt zunächst von Skopje aus mit dem Zug nach Bitola. Von hier aus überschreitet man die Grenze nach Griechenland mit dem Taxi und fährt ab Florina mit dem griechischen Zug weiter nach Thessaloniki oder Athen.

Am Abend vor der Abfahrt kann man noch einen Rundgang durch Skopje machen. Die Stadt zeigt sich ambivalent: Auf der einen Seite stehen neue Prunkbauten der Regierung, sowie allerhand Statuen, die den mazedonischen Nationalstolz verkörpern sollen.
Auf der anderen Seite gibt es ein altes, sehr ursprüngliches Basarviertel, das vorwiegend muslimisch geprägt ist und viel authentischer erscheint als die “Prachtbauten” am Vardarufer. Solche Basarviertel (oft auch “Čaršija” genannt) finden wir in vielen Städten des Balkans, so auch in Ohrid, Sarajevo und Bitola.

Hier einige Fotos der neuzeitlichen Regierungsbauten, Statuen und des Brunnens der Mutter Theresa, die in Skopje geboren ist:

Und so sieht es im traditionellen Basarviertel, der “Čaršija” aus:

Am nächsten Morgen beginnt die Reise nach Griechenland am Hauptbahnhof von Skopje:

Um 6.42 fährt der Zug nach Bitola, d.h. an die mazedonisch-griechische Grenze, in Skopje ab:

Zug nach Bitola in Skopje
Zug nach Bitola in Skopje

So sieht es im Zug aus:

Im Zug Skopje-Bitola
Im Zug Skopje-Bitola

Die Fahrt verläuft zunächst auf der Hauptstrecke Richtung Thessaloniki im Vardar-Tal bis Veles, und zweigt dann Richtung Südwesten auf eine Hochebene gen Bitola ab:

Bahnhof an der Strecke Skopje-Bitola
Bahnhof an der Strecke Skopje-Bitola

Nach 3,5 Stunden Fahrt erreicht der Zug Bitola, die zweitgrößte Stadt Mazedoniens:

In Bitola habe ich einige Stunden Zeit für einen Rundgang durch die Stadt. Wie in Skopje gibt es auch hier ein Čaršija-Viertel und eine moderne Fußgängerzone:

Gegen 14 Uhr sollte man Bitola mit dem Taxi verlassen, um die gut 30 km über die Grenze ins griechische Florina zu überbrücken. Von Florina aus kann man die Fahrt mit dem Zug fortsetzen.

Am Bahnhof Florina wartet bereits der griechische Zug nach Thessaloniki:

Im Zug:

Im Zug von Florina nach Thessaloniki
Im Zug von Florina nach Thessaloniki

Die Fahrt von Florina Richtung Thessaloniki führt zuerst entlang des Vegoritida-Stausees und dann in vielen engen Kurven hinunter nach Edessa.

Am Stausee:

Stausee an der Bahnstrecke Florina-Thessaloniki
Stausee an der Bahnstrecke Florina-Thessaloniki

Beim kurzen Aufenthalt in Edessa:

Kurz vor Thessaloniki hält der Zug in Platy, wo man in den Intercity nach Athen umsteigen kann:

Am späten Abend ist man dann in Athen am Ziel angekommen.

Am nächsten Tag wartet die Akropolis darauf, bestiegen zu werden, wo man eine herrliche Aussicht auf Athen hat:

Und danach kann man sich in der Fußgängerzone “Plaka” in eine von vielen lauschigen Kneipen setzen:

Hier noch einige Hinweise zur Reise Skopje-Athen:

Abfahrt in Skopje ist um 6.42 nach Bitola , wo man um 10.16 ankommt. Spätestens um 14.00 Uhr (besser eher, falls es an der Grenze etwas länger dauern sollte) sollte man mit dem Taxi nach Florina abfahren. Man braucht hierzu ein Taxi, das eine spezielle Zulassung für Fahrten nach Griechenland hat. Diese stehen z.B. am Bahnhof/Busbahnhof in Bitola bzw. können auch von anderen Taxifahrern angefordert werden. Der Preis für die Taxifahrt beträgt ca. 30 Euro (in umgekehrter Richtung ggf. mehr, wenn es sich um ein griechisches Taxi mit teurerem Tarif handelt).

Zu beachten ist die Zeitverschiebung zwischen Mazedonien und Griechenland. Man verliert in dieser Richtung 1 Stunde.

Der Zug nach Platy/Thessaloniki fährt in Florina um 16.12 nach griechischer Zeit ab. Ankunft in Tessaloniki ist um 18.45. In Athen kommt man (mit Umstieg in Platy) um 23.24 an.

Umgekehrt fährt man um 7.18 in Athen ab und erreicht Florina um 14.55 (auch hier Umstieg in Platy in den Zug Thessaloniki-Florina nötig).

Abfahrt in Thessaloniki nach Florina ist um 12.23.

Ab Bitola geht es um 18.25 (wobei man hier wegen der Zeitverschiebung eine Stunde gewinnt) nach Skopje, wo man um 22.05 ankommt.

Tickets für den griechischen Abschnitt kann man unter bei der OSE buchen. Die Fahrt von Florina nach Athen ist online ab 19 Euro erhältlich.

Wer mit Interrail oder dem Balkan-Flexi-Pass reist, braucht für die IC-Züge von und nach Athen einen Zuschlag (Reservierung) für 20 Euro je Richtung, welcher nur vor Ort (und nicht online) gekauft werden kann.

Daniel

Daniel

Regensburg at railcc
I like to travel by train to the most beautiful places in Europe. The journey ist my reward.
Daniel

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