Die Prager Moldaufähren Öffentlicher Verkehr auf der Moldau

In Interrail, Zugreisen

Zug und Fähre: Immer eine gute Kombination. ;)

Die Moldau trennt Prag in zwei Teile. Viele Brücken verbinden die beiden Flussufer, am bekanntesten ist sicherlich die Karlsbrücke. In einigen Teilen der Stadt gibt es aber auf längeren Abschnitten keine Brücke. Um lange Umwege zu vermeiden gibt es mehrere kleine Fähren, die die Ufer miteinander verbinden sowie einzelne Moldauinseln ansteuern. Kürzlich waren wir in Prag und haben uns zwei der Prager Moldaufähren angeschaut.

Der Anleger V Podbabě am Westufer der Moldau.
Der Anleger V Podbabě am Westufer der Moldau.

Die PRager Moldaufähren P1 und p2

Während unseres Aufenthaltes haben wir die Prager Moldaufähren P1 und P2 im Norden der Stadt genutzt. Diese sind die einzigen Fähren die das ganze Jahr lang in Betrieb sind. Die anderen Linien fahren nur von April bis Oktober. Während die anderen Fähren hauptsächlich touristische Zwecke erfüllen sind die Linien P1 und P2 vor allem wichtig für die örtliche Bevölkerung. Hier gibt es nämlich auf mehreren Kilometers keine Brücke über die Moldau.

 

Aus der Innenstadt kommend nahmen wir die Straßenbahn 18 bis zur Endstation am Bahnhof Podbaba. Von dort aus marschiert man etwa 10 Minuten an der Moldau entlang bis man den Pier V Podbabě unten am Fluss erreicht. Hier befindet sich auch die gleichnamige Bushaltestelle. Wir fanden die Fahrt mit der Tramway und den anschließenden Spaziergang aber angenehmer.

Die Fähre P2 fährt alle zehn Minuten von Podbabě ans andere Ufer nach Podhoří. Als wir den Pier erreichten war das kleine Boot gerade dabei anzulegen. Der Fährman machte anschließend eine kurze Pause, während der wir noch nicht aufs Boot durften. Erst als er zurückkam kontrollierte er unsere Tickets und ließ uns einsteigen. Wir waren mit Tageskarten des Prager Verkehrsverbundes PID unterwegs. Die Karten sind 24 Stunden gültig und kosten 110 CZK. Mehr zum Nahverkehr in Prag. Die Fahrt über den Fluss dauert natürlich nicht lange, nach knapp ein oder zwei Minuten legt man schon am anderen Ufer an. Von Podhoří aus erreicht man fußläufig den Prager Zoo sowie das schöne Schloss Troja. Wir entschieden uns jedoch, flussabwärts am Fluss zu spazieren um zur Fähre P1 zu gelangen.

Der Anleger von Podhoří. Am anderen Ufer erkennt man gut die Bahnlinie von Prag nach Dresden und Berlin.
Der Anleger von Podhoří. Am anderen Ufer erkennt man gut die Bahnlinie von Prag nach Dresden und Berlin.

Gemütlicher Spaziergang an der Moldau

Vom Pier in Podhoří spazierten wir entlang der Moldau flussabwärts. Der Weg ist für Autos gesperrt und beliebt bei Spaziergängern, Läufern und Radfahrern. Entlang des Weges befinden sich auch mehrere kleine Kneipen direkt am Fluss, wo man für eine kleine Mahlzeit und einen Kaffee oder ein Bier einkehren kann. Der Spaziergang ist perfekt um dem Trubel der Stadt zu entkommen.

Spaziergang an der Moldau.
Spaziergang an der Moldau.

Nach einer knappen halben Stunde erreichten wir dann auch schon den Pier Zámky der Fähre P1. Hier kommt ein noch kleineres Boot zum Einsatz, das nur für zwölf Personen zugelassen ist. Die Linie fährt alle 15 Minuten in der “Stoßzeiten” morgens und nachmittags/abends und nur alle 30 Minuten tagsüber. Wir hatten Glück und kamen gerade rechtzeitig zur nächsten Abfahrt, sodass wir nicht lange für die Überfahrt warten mussten. Der Fahrplan ist auf die Züge der Prager S-Bahn “Esko” auf der anderen Seite abgestimmt.

 

Nach einer kurzen Fahrt waren wir wieder zurück am anderen Ufer in Sedlec. Von hier aus erreicht man die gleichnamige Bahnhaltestelle nach einem kurzen Fußmarsch (knapp fünf Minuten). In Sedlec halten die Esko-Züge unter Woche alle 15 Minuten. Die Linie S4 fährt von hier zum Bahnhof Masarykovo direkt im Stadtzentrum während die Linie S41 zum etwas außerhalb gelegenen Bahnhof Libeň fährt. Falls man eine S41 erwischt kann man aber auch am Bahnhof Holešovice aussteigen von wo aus man das Stadtzentrum sehr schnell per U-Bahn erreicht.

Zurück in die Stadt mit der Prager S-Bahn Esko.

Da wir in Sedlec am Pier etwas länger fotografierten, verpassten wir die S4 knapp. Das war uns aber egal, denn der nächste Zug war eine S41 und hier kamen noch die alten Züge der Baureihe 451 “Froschmaul” zum Einsatz. Diese in den 60ern gebauten Triebwagen sind ein Klassiker der Tschechischen Bahn. Es sind nur mehr fünf Züge im Einsatz, der Rest wurde bereits durch moderne Doppelstocktriebwagen der Baureihe CD 471 “City Elefant” ersetzt. Die Fahrt mit dem alten Zug nach Libeň war kurzweilig und von dort fuhren wir dann per Straßenbahn zurück ins Stadtzentrum.

 

Die anderen Prager Moldaufähren: P3, P5, P6, P7

Wie schon oben erwähnt gibt es noch eine Reihe anderer Fähren in der Stadt. Diese sind allerdings nur von April bis Oktober in Betrieb, sodass wir diesmal keine Möglichkeit hatten, auch mit diesen zu fahren. Eine Karte mit allen Linien findet man hier. Die interessanteste der Prager Moldaufähren dürfte die P5 sein, etwas südlich des Stadzentrums gelegen. Sie verbindet Smíchov mit der Burg Vyšehrad und der Moldauinsel Císařská louka.

Wir hatten viel Spaß mit den Prager Moldaufähren und können eine Fahrt nur empfehlen. Falls du Fragen zu deiner Reise nach Prag hast kannst du uns hier im Blog, im rail.cc Forum, auf Instagram und Facebook erreichen.

Für Zugfreunde: dieser alte 451er brachte uns zurück nach Prag.
Für Zugfreunde: dieser alte 451er brachte uns zurück nach Prag.

Update: März 2017

Flo Weber
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Flo Weber
- 2 weeks ago
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