nightjet von München nach Rom Mit dem Nachtzug der ÖBB schnell und komfortabel nach Italien

In Interrail, Nachtzug, Zugreisen, Zugticket, Zugverbindung

nightjet nach Rom und Mailand am Münchner Hauptbahnhof.

Der ÖBB nightjet verbindet täglich über Nacht München mit Rom. In knapp dreizehn Stunden kannst du komfortabel im Nachtzug von der Isar an den Tiber reisen. Dabei stehen dir Tickets in drei verschiedene Komfortkategorien zur Verfügung: Sitzwagen, Liegewagen und Schlafwagen. Möchtest du das kleine bisschen Extra an Komfort gibt es sogar Deluxe-Abteile mit eigenem Badezimmer. Die Fahrt mit dem Nachtzug ist der perfekte Start in den Urlaub: abends gönnt man sich einen Schlummertrunk bevor am nächsten Morgen beim Frühstück die sanft geschwungenen Hügel der Toskana am Fenster vorbeiziehen. In Rom angekommen musst du nur noch im Hotel einchecken und kannst sofort die Stadt erkunden. Begleite uns auf der Fahrt im Schlafwagen von München nach Rom!

Zugtickets für diese Reise kannst du bei der ÖBB, der DB oder Trenitalia kaufen – sowohl online als auch am Schalter.

Die ÖBB nightjet sind gut an der attraktiven Lackierung im klassischen "Nachtzugblau" zu erkennen.
Die ÖBB nightjet sind gut an der attraktiven Lackierung im klassischen “Nachtzugblau” zu erkennen.

 

der ÖBB nightjet

Die ÖBB (Österreichische Bundesbahn) betreibt unter dem Namen “nightjet” zahlreiche Nachtzüge in Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz. Von München aus fahren täglich zwei Nachtzüge nach Italien: ein Zug fährt nach Rom und Mailand, der zweite nach Venedig. Die genauen Fahrpläne findest du hier: München – Rom | München – Mailand | München – Venedig

Alle Züge bieten drei verschiedene Komfortkategorien:

  • Sitzwagen: Abteile mit sechs Sitzen pro Abteil; zwei WC am Wagenende
  • Liegewagen: Abteile mit jeweils sechs oder vier Liegen pro Abteil; zwei WC sowie ein Waschraum am Wagenende.
  • Schlafwagen: Abteile mit jeweils bis zu drei Betten pro Abteil; Economy-Abteile haben ein Waschbecken im Abteil, Deluxe-Abteile besitzen ein eigenes Bad mit Dusche und WC; zwei WC sowie eine Dusche am Wagenende.

Bei Reisen im Liegewagen sind eine Flasche Wasser sowie ein kleines Frühstück inkludiert. Reisende im Schlafwagen bekommen ebenfalls eine Flasche Wasser, ein Frühstück – dieses ist umfangreicher als im Liegewagen – sowie ein Willkommenssackerl mit allerlei praktischen Dingen. Mehr dazu weiter unten.

 

Von München nach Rom im Schlafwagen

Wir beginnen unsere Reise in den Süden am stets geschäftigen Hauptbahnhof von München. Leider erhalten nur Reisende im Deluxe-Schlafwagen Zugang zur DB Lounge, sodass wir uns die Wartezeit damit verteiben, das bunte Treiben in der großen Halle zu beobachten. Eine knappe halbe Stunde vor Abfahrt wird dann unser Nachtzug bereitgestellt. Der Zug besteht aus zwei Teilen: die hinteren Wagen fahren nach Mailand, die vorderen Wagen nach Rom. Wir marschieren den Bahnsteig entlang und erreichen dann am Ende der Halle unseren Wagen mit der Nummer 254, wo die Schlafwagenbetreuerin uns schon erwartet. Ein kurzer Blick auf unsere Tickets und schon dürfen wir einsteigen und werden zu unserem Abteil im Schlafwagen geführt.

Ein Schlafwagenabteil im nightjet in "Tagstellung".
Ein Schlafwagenabteil im nightjet in “Tagstellung”.

 

In den ÖBB nightjet nach Italien kommen moderne und komfortable Schlafwagen von Siemens, die sogenannten “Comfortline”, zum Einsatz. In jedem Wagen gibt es neun “Economy”-Abteile mit jeweils drei Betten und einem Waschschrank sowie drei “Deluxe”-Abteile mit jeweils drei Betten und eigenem Bad mit Dusche und WC. Jeweils zwei nebeneinanderliegende Abteile können zu einer “Suite” verbunden werden, sodass bis zu sechs Reisende gemeinsam in einem großen Abteil unterwegs sein können. Wir haben ein “Double” gebucht, also ein Zweibettabteil. Von den drei vorhandenen Betten bleibt eines unbenutzt und hochgeklappt.

Neben Schlafwagen führt der nightjet auch Sitz- und Liegewagen. Dazu findest du weiter unten genauere Informationen.

unser Abteil im schlafwagen

Für unser Gepäck ist ausreichend Platz – es gibt Gepäckablagen im Bereich über dem Gang sowie auf einer Querseite des Abteils. Allerdings ist auch genügend Platz, um unser Gepäck am Boden neben den Betten abzustellen. Ein besonderes Merkmal im ÖBB nightjet ist das Willkommensset für Reisende im Schlafwagen: ein kleines Sackerl in dem sich zahlreiche nützliche Dinge verbergen: ein Handtuch, Seife, Ohrstöpsel und Schlapfen sowie ein Päckchen Knabbergebäck. Zusätzlich stehen eine kleine Flasche Frizzante, eine Süßspeise sowie zwei Flaschen Trinkwasser bereit. Ein ähnliches Service kenne ich von keinem anderen europäischen Nachtzug. Die Inhalte des Sets sind wirklich praktisch (nur eine Schlafbrille fehlt) und das Begrüßungsgetränk sorgt sofort für eine entspannte Atmosphäre und stimmt gut auf die folgende Fahrt ein.

 

Nachdem das Gepäck verstaut ist und wir uns soweit häuslich eingerichtet haben machen wir es uns gemütlich und stoßen auf eine schöne Fahrt an. Möchte man übrigens nicht gleich zu Bett gehen ist das kein Problem: das Abteil befindet sich zu Beginn der Reise in der sogenannten “Tagstellung”. Das bedeutet, dass die Betten noch hochgeklappt sind und stattdessen drei gepolsterte Sitze zur Verfügung stehen. Auf Wunsch werden dann vom Schlafwagenbetreuer die Betten heruntergeklappt und das Abteil in “Nachtstellung” gebracht. Je nachdem, wie viele Personen in einem Abteil reisen werden dann ein, zwei oder drei Betten verwendet – nicht genutzte Betten bleiben hochgeklappt und nehmen so keinen Platz weg. Für jedes Bett gibt es gemütliche Bettwäsche mit Polster, ein Leselicht sowie ein kleines Gepäcknetz.

 

Zur Körperpflege steht im Abteil ein Waschschrank mit Waschbecken und Spiegel zur Verfügung. Hier kann man problemlos Zähne putzen, Kontaktlinsen pflegen und Hände waschen. Am Wagenende ist für alle Schlafwagengäste ein eigenes Badezimmer mit Dusche und WC verfügbar. Hier kann man sich nach einem langen Tag eine erfrischende Dusche gönnen oder sich morgens für einen Termin frisch machen.

 

unterwegs nach Rom

Im schönsten Abendlicht ist unser Zug unterwegs Richtung Salzburg.
Im schönsten Abendlicht ist unser Zug unterwegs Richtung Salzburg.

 

In der Zwischenzeit hat unser Zug München bereits verlassen und sich auf den Weg in Richtung Salzburg gemacht. Kurz nach der Abfahrt kommt unsere Schlafwagenbetreuerin vorbei um die Fahrkarten zu kontrollieren, uns das Abteil zu erklären sowie die Frühstückszettel auszuteilen. Die Fahrkarten werden für die Dauer der Fahrt abgesammelt. So können sie auch mitten in der Nacht vom italienischen Schaffner kontrolliert werden, während man selber in seinem Bett schlummern kann. Am nächsten Morgen bekommt man die Fahrkarten dann wieder zurück.

Auf dem Frühstückszettel kann man sich sein Frühstück individuell zusammenstellen – mehr dazu weiter unten. Schließlich bekommt man noch eine kurze Einweisung in die einzelnen Funktionen des Abteils. Besonders wichtig ist dabei die Türverriegelung – es gibt zwei separate Schlösser, die das Abteil sicher verriegeln. Ein besonderes Merkmal der Schlafwagenabteile ist das Schlüsselsystem – jedes Abteil hat einen eigenen Schlüssel, sodass man das Abteil in der Nacht nicht unversperrt lassen muss, falls man kurz auf die Toilette gehen muss.

 

Um nicht hungrig schlafen gehen zu müssen, bestellen wir noch eine Kleinigkeit zu essen. Die Speisekarte bietet nehmen den Klassikern Gulaschsuppe und Chili con carne noch eine Reihe von belegten Baguettes sowie Knabbereien und Süßes. Zu trinken gibt es neben Bier, Wein und Limonaden auch Heißgetränke wie Kaffee, Tee und heiße Schkolade. Wir bestellen uns eine Gulaschsuppe sowie als vegetarische Option ein Käsebaguette. Serviert wird auf einem Tisch, den man bei Bedarf an der Wand bzw. am Fenster einhängen kann. Sehr praktisch, auch für das morgendliche Frühstück!

Abendessen im nightjet. Zur Einstimmung auf Rom haben wir uns sogar das passende Bier besorgt. ;)
Abendessen im nightjet. Zur Einstimmung auf Rom haben wir uns sogar das passende Bier besorgt. 😉

 

Während es draußen auf der Fahrt durch den schönen Chiemgau langsam dunkel wird genießen wir also unser Abendessen. Nach einer Weile queren wir dann die Salzach, wo der Ausblick auf die Festung Hohensalzburg immer wieder begeistert, und erreichen schließlich den Hauptbahnhof von Salzburg. Hier bleibt kurz Zeit um frische Luft zu schnappen, bevor die Reise in den Süden weitergeht. Langsam wird es nun auch Zeit, sich bettfertig zu machen und schlafen zu gehen. Die Fahrt über den Tauernpass bekomme registriere ich nur mehr im Halbschlaf und während des längeren Aufenthaltes gegen Mitternacht in Villach schlafe ich schon tief und fest. Hier in Villach, kurz vor der italienischen Grenze trifft unser Zug übrigens auf den nightjet aus Wien und die Kurswagengruppen nach Mailand und Rom werden getauscht. Die Rangiermanöver und auch den Grenzübertritt nach Italien verschlafe ich aber.

 

Kurzer Zwischenstopp am gelungen modernisierten Hauptbahnhof Salzburg.
Kurzer Zwischenstopp am gelungen modernisierten Hauptbahnhof Salzburg.

 

die Abteile im Sitz- und Liegewagen

Neben dem Schlafwagen führt jeder nightjet auch noch Sitz- und Liegewagen. Sie bieten komfortable aber dennoch günstige Alternativen zum Schlafwagen. Im Liegewagen ist eine Flasche Wasser sowie ein kleines Frühstück (Kaffee oder Tee, zwei Semmeln mit Butter und Marmelade) inklusive. Alle Reisenden können zusätzlich von den Liege- oder Schlafwagenbetreuern Speisen, Getränke sowie nützliche Reiseutensilien erwerbe, die aktuelle Speisekarte gibt es hier.

 

Die Liegewagen besitzen neun Abteile mit jeweils sechs gemütlichen Liegen. In jedem Abteil befinden sich zwei Steckdosen, zwei WC sowie ein Waschraum sind am Wagenende situiert. Ein Liegewagenabteil kann entweder als Vierer- oder Sechserbelegung gebucht werden, je nachdem befinden sich dann zwei oder drei Betten auf jeder Seite des Abteils. Für jede Liege gibt es Laken, Decke und Polster. Die Abteile sind von Innen per Kette und Riegel abschließbar.

Die Sitzwagen haben elf Abteile mit jeweils sechs gemütlichen Sitzen. Jedes Abteil hat zwei Steckdosen, an den Wagenenden befindet sich jeweils ein WC mit Waschbecken. Die einzelnen Sitze lassen sich ausziehen, sodass man auf zwei gegenüberliegenden Sitzen liegen kann. Jedoch ist das nur möglich, wenn das Abteil nicht voll ist. Möchte man also entspannt im Liegen reisen sollte man sich auf jeden Fall um ein paar Euro mehr die Fahrt im Liegewagen gönnen. Die Abteile im Sitzwagen können nicht von Innen abgesperrt werden, umso wichtiger ist es also, Wertsachen nahe am Körper zu tragen.

 

Buongiorno Italia

Am nächsten Morgen werde ich wach, als wir gerade am Bahnhof von Florenz stehen, wo der Zug die Richtung ändert. Bis nach Rom werden wir noch drei Stunden unterwegs sein, also kann ich mich beruhigt umdrehen und noch eine Weile weiterschlafen. Schließlich entscheide ich mich dann doch, aufzustehen, um mich für den Tag frisch zu machen und die schöne Landsschaft, die draußen am Fenster vorbeizieht, zu genießen. Zwischen Florenz und Rom hält der nightjet übrigens in Arezzo, Chiusi-Chianciano Terme und Orvieto. Während Arezzo und Orvieto selbst lohnenswerte Reiseziele mit äußerst reizvollen Stadtzentren sind bietet sich Chiusi auch Umsteigepunkt sowohl ins Herzen der Toskana Richtung Siena (auch von Florenz aus hat man Anschluss nach Siena, muss aber deutlich früher aufstehen) als auch an den Trasimener See und nach Perugia und Assisi in Umbrien an.

 

Für uns ist es jetzt aber an der Zeit zu frühstücken. Das Frühstück ist eine weitere Besonderheit bei einer Fahrt im Schlafwagen des nightjet: man bekommt abends eine Liste mit vielen verschiedenen Komponenten zur Auswahl. Sechs dieser Komponenten sind im Preis inklusive, sodass man sich zum Beispiel ein Frühstück mit zwei Semmeln, Butter, Marmelade, Honig, Orangensaft und Kaffee zusammenstellen kann. Bevorzugt man stattdessen Käse, Schinken oder Wurst ist das auch kein Problem. Auch Tee, Kakao oder Joghurt steht zur Auswahl. Heißgetränke werden darüber hinaus auf Wunsch nachgefüllt. Hat man Appetit auf mehr kann man um 1,20€ zusätzliche Komponenten bestellen. Die ausgefüllte Liste überreicht man dann abends dem Schlafwagenbetreuer. Am nächsten Morgen wird dann zu einer ausgemachten Zeit (zum Beispiel eine Stunde vor Ankunft am Zielbahnhof) das Frühstück im Abteil serviert.

 

Individuell zusammengestelltes Frühstück im ÖBB nightjet.
Individuell zusammengestelltes Frühstück im ÖBB nightjet.

 

Leider geht jede schöne Fahrt einmal zu Ende und so müssen auch wir uns langsam fertig machen und zum Aussteigen bereit machen. In zügiger Fahrt geht es durch die Vorstädte Roms, vorbei am Bahnhof Tiburtina und dann ist das große Gleisfeld von Roma Termini erreicht. Hier geht es nur langsam voran, ständig fahren links und rechts von uns andere Züge ein und aus. Im Schritttempo tastet sich der Zug am Bahnsteig entlang bis die Lok schließlich vor dem Prellbock zum Halten kommt. Wir haben unseren Endbahnhof erreicht, bitte alle aussteigen!

 

Unser nightjet ist in Roma Termini angekommen. Jetzt müssen wir nur schnell im Hotel einchecken und können sogleich die Ewige Stadt erkunden.
Unser nightjet ist in Roma Termini angekommen. Jetzt müssen wir nur schnell im Hotel einchecken und können sogleich die Ewige Stadt erkunden.

 

Abschließend noch ein paar Eindrücke von unserem Aufenthalt in Rom. Tickets für den ÖBB nightjet kannst du online bei der ÖBB, der DB oder Trenitalia kaufen.

 

VIDEO

 

Update: Mai 2017

 

Flo Weber
I like to travel by train. https://www.instagram.com/raildudeflow/
Flo Weber
Flo Weber
f _at_ rail.cc

6 Comments

  1. hat Spaß gemacht zu lesen! 🙂 schön beschrieben, macht Lust mitzufahren.

  2. Hallo Flo,
    weißt du, ob man in diesem Zug Fahrräder mitnehmen kann?
    LG Christiane

    • Hi Christiane,
      der Zug hat leider keinen Fahrradtransportwagen; es sollte aber möglich sein, dass Fahrrad als “Handgepäck” in einer Fahrradtasche verpackt (also mit abmontierten Reifen) zu transportieren. Bei meiner Reise habe ich zwei Jungs gesehen, die mit kompletter Kanuausrüstung im Sitzwagen gefahren sind, ein auseinandergebautes Fahrrad sollte also auch möglich sein.
      LG
      Flo

  3. Der Reisebericht ist allen zu empfehlen, die noch nie im Schlafwagen gefahren sind und wissen wollen “wie das geht”. Ein sehr hilfreicher und netter Reisebericht einer Schlafwagenreise.

    • Hi Peter!

      Danke für das Lob! Unsere Fahrt war tatsächlich sehr angenehm! Auf der Rückfahrt hatten wir sogar das Glück, dass unser Schlafwagenbetreuer ein alter Freund von mir war. Ich wusste damals gar nicht, dass er auf den nightjets arbeitet, da war die Überraschung natürlich um so größer.
      Wenn du noch mehr Anregungen oder Vorschläge hast, oder auch konkrete Fragen, immer nur her damit!

      Flo

Submit a comment